Seit 2021 haben die Lokalen Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren als „Dreh- und Angelpunkt“ die Kirchenentwicklung 2030 vor Ort geplant und koordiniert. Zusammen mit den regionalen Teams haben sie maßgeblich an der Vorbereitung der neuen Pfarreien der Erzdiözese Freiburg mitgewirkt.
Zum Oktober 2025 läuft die Arbeit rund 70 Frauen und Männer aus; dann übernehmen sie andere Funktionen in den künftigen 36 Pfarreien und es erfolgt die „Staffelübergabe“ an die neuen örtlichen Teams. Welche Gefühle gehen einher mit dem bevorstehenden Aufgabenwechsel? Was waren die gewinnbringendsten Momente in der Lokalen Projektkoordination? Und wo lagen die größten Herausforderungen? Antworten darauf geben zwei Frauen und zwei Männer, die anlässlich des letzten großen Vernetzungstreffens der Lokalen Projektkoordination im Mai befragt wurden.
Im vierten Teil veröffentlichen wir nun das Interview mit Hannah Gniot, Lokale Projektkoordinatorin in Heidelberg und designierte Leitende Referentin in St. Bernhard Baden-Baden.
"Ich schaue mit Vorfreude auf den Wechsel."
21.07.2025 |
Interview Hannah Gniot, Lokale Projektkoordinatorin Kath. Kirchengemeinde Heidelberg
Was waren die schönsten oder gewinnbringendsten Momente in Ihrer Zeit als Lokale Projektkoordinatorin?
Highlights waren für mich Sitzungen im Pfarrgemeinderat, gerade diejenigen, in denen es um wichtige Entscheidungen wie den Namen der Pfarrei oder den zukünftigen Pfarreirat ging. Der Pfarrgemeinderat in Heidelberg ist nun schon in der dritten Legislaturperiode gemeinsam unterwegs und es ist so ermutigend zu sehen, wie sehr diese Menschen aus ursprünglich fünf verschiedenen Seelsorgeeinheiten zusammengewachsen sind und Entscheidungen mit Blick aufs große Ganze der Pfarrei getroffen haben.
Wo lagen die großen Herausforderungen?
In der Kommunikation. Um die Menschen mitzunehmen bzw. überhaupt erst erreichen zu können, musste viel „Übersetzungsarbeit“ geleistet werden. Es galt, einen diözesanweiten Prozess auf die jeweilige Situation vor Ort zu übertragen und dann gemeinsam die nächsten Schritte in diesem Prozess angehen zu können. Hinzu kam natürlich, dass jeder und jede von uns durch eigene Erfahrungen und Kirchenbilder geprägt ist und dadurch auch unterschiedliche Vorstellungen hat, wie Kirche sein, bleiben oder werden soll. Erfahrungen zu ermöglichen, die diese Prägungen bewusst machen und dabei helfen sie ggf. auch loszulassen, ist und bleibt die grundlegende Herausforderung dieses Prozesses. Vor allem dann, wenn Kirchenentwicklung 2030 nicht nur ein Strukturprozess bleiben soll, sondern echten Kulturwandel und Vielfalt in unserer Kirche bringen soll.
Ab dem 1.1.2026 geht es für Sie weiter als Leitende Referentin in Baden-Baden. Wie blicken Sie auf den Wechsel? Welche Erwartungen, Hoffnungen oder Wünsche haben Sie?
Ich schau mit Vorfreude auf den Wechsel. Für mich ist es eine Art Rückkehr, aber in neuer Rolle. Dadurch ist einerseits vieles vertraut, aber auch sehr viel neu. Mir ist bewusst, dass in Baden-Baden immer noch sehr viele Menschen aufgewühlt sind von den letzten Wochen und Monaten. Das beschäftigt mich natürlich sehr. Aber ich habe wirklich große Lust auf die neuen Aufgaben und Menschen und hoffe, dass ich mit meiner Motivation ein paar Leute anstecken und begeistern kann. Ich freu mich darauf, dass wir miteinander die Pfarrei St. Bernhard Baden-Baden aufbauen und hoffe, dass viele entdecken, dass sich in dem Netzwerk einer großen Pfarrei mit vielen Gemeinden, Teams, Verbänden, Spiritualität und dem Miteinander von unterschiedlichen Haupt- und Ehrenamtlichen ganz viel Potenzial steckt.
