Ökumenische Religionspädagogische Jahrestagung

15.04.2026 | Am 11. März 2026 im Ökumenischen Gemeindezentrum Karlsruhe-Oberreut

„Im Religionsunterricht geschieht mehr als Unterricht!“ - Ausgehend von dieser These regte Dr. Anja Steinberg (Pfarrerin im Schuldienst und Dozentin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) die 60 teilnehmenden Religionslehrkräfte durch viele theoretische und praktische Impulse zur Auseinandersetzung mit dem Thema an. 

Religionsunterricht vermittelt nicht nur kognitives Wissen, sondern berührt etwas, das außerhalb von Noten und Bewertungen liegt. „Aber soll Religionsunterricht nicht Kompetenzen vermitteln?“ Sicher, doch er soll laut Bildungsplan auch die Kompetenzen vermitteln, zu kommunizieren, dialogfähig zu sein und andere Perspektiven einzunehmen.
Religionsunterricht will die Schülerinnen und Schüler mit ihren Fragen und Gefühlen wahrnehmen, sie ernstnehmen und auf sie reagieren. Er will nicht nur den Geist, sondern den ganzen Menschen ansprechen. Das meint schließlich der Begriff „Seele“. Wo dies gelingt, wird es – so Dr. Steinberg - manchmal „besonders still. Oder besonders ehrlich. Oder lebendig.“
Dr. Steinberg lud die Teilnehmenden immer wieder zu Selbstreflexion und Austausch in Kleingruppen ein. Den theoretischen Teil ergänzte sie durch Gedanken des TZI-Modells, der Resonanzpädagogik und der Gewaltfreien Kommunikation. 
Religionsunterricht kann ein Resonanzraum sein, in dem die Lehrkraft - ausgehend von den Inhalten des Bildungsplans - ihren Teil dazu beiträgt, Möglichkeitsräume zu eröffnen für einen lebendigen Austausch über existenzielle Fragen. Dies ermöglicht eine personale Begleitung im Horizont des Evangeliums.
Fortgesetzt wurde die Tagung am Nachmittag mit fünf Workshops zu den Themen: Themenzentrierte Interaktion (Dr. A. Steinberg), Achtsamkeitsübungen (N. Grittner), Persönliche Themen und Nöte im Religionsunterricht (S. Henke), Förderung der Resilienz (B. Plathow-Holl), Unterstützung der Sinnsuche Jugendlicher (S. Wachs/J. Reichelt).
Insgesamt eine Jahrestagung, welche die Sorge für die Seele nicht nur im Titel trug, sondern durch die Art des Arbeitens auch erlebbar machte.